Politiker-Kinder besuchen keine kommunale KiTa

Anders kann ich mir zumindest das aktuelle Landtagswahlprogramm der FDP nicht erklären.

KSTA vom 14.1.2010

KSTA vom 14.1.2010

Angeregt vom Artikel aus dem Kölner Stadtanzeiger vom 14.1.2010, habe ich mir das Programm heute für den Bereich Elementarbildung durchgelesen.

Da heißt es zwar fett gedruckt

Die FDP will die Förder- und Arbeitsbedingungen in den Kindertageseinrichtungen weiter verbessern.

aber wenn man weiterliest,  versteht die FDP nur folgendes darunter

„Platzgarantie ab zwei“

Verzicht auf Elternbeiträge

Flexibilität der Eltern bei der Buchung

Studium der Sozialpädagogik der frühen Kindheit oder eine vergleichbare Qualifikation für die Leitung einer Kindertageseinrichtung

Wenn es dann um die Qualität geht, dann ist keine Rede von mehr Personal und besserer Unterstützung der ErzieherInnen.

Wir wollen die Qualität der Elementarbildung und die Verzahnung mit dem Primarbereich weiter verbessern. Dazu werden wir ein gemeinsames, offenes Bildungskonzept von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen mit Leben füllen und in der Praxis verankern. Zur Förderung von besonderen Begabungen wie zur Behebung von Lernschwächen sind eine sorgfältige Dokumentation der Entwicklung der Kinder sowie der Einsatz von entwicklungsdiagnostischen Instrumenten
erforderlich. Alle Einrichtungen sollen sich auf freiwilliger Basis an einer Begutachtung durch externe Sachverständige stellen können, um bei den Eltern mit einem vom Land zu entwickelnden Qualitätssiegel für sich werben zu können.

Anscheinend haben die Verfasser dieses Programms noch nie eine kommunale Kindertageseinrichtung von innen gesehen!

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Datum: Freitag, 15. Januar 2010 12:16
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2 Kommentare

  1. 1

    Ja, Ja, die FDP in NRW:

    KIBIZ durchgewunken

    Bereits bereitgestellte Bundesmittel für die U3 (KiFöG) zur Haushaltssanierung zurückgehalten

    Neue Ganztagsschulen verhindert

    Inklusionsgesetz zur gemeinsamen Beschulung behinderter und nichtbehinderter Kinder verhindert

    G-8 ohne Konzept durchgedrückt

    Studiengebühren in NRW eingeführt

    Und: Dank des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes kommen auf den Landeshaushalt NRW allein in 2010 zusätzliche Belastungen in Höhe von etwa 480 Millionen Euro zu! Wo die eingespart werden, haben wir in NRW in den vergangenen 5 Jahren hinlänglich miterleben dürfen!

  2. 2

    Leider habe ich auch bei den anderen Parteien bisher noch kein Konzept erkennen können, wie man die frühkindliche Bildung besser und vor allem finanzierbar gestalten kann. Auch aus anderen Parteiprogrammen könnte man aus meiner Sicht unter der gleichen Überschrift zitieren.

    Ich glaube, dass hier radikaleres Umdenken bzgl. einer ganzheitlichen und finanzierbaren Alternative erforderlich ist. Die grosse Politik ist dazu nach meiner Erfahrung nicht in kurzen Zeiträumen in der Lage und nur das regionale Engagement kann dies vielleicht bewirken.

    Aber ich lasse mich gerne bei den von der GEW organisierten Vorstellungen der Parteien überraschen.

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