Aktuelle Informationen zu den Schließungen der U3-Gruppen

Aktualisierung vom 9.2.2010, 20:47

Nachdem ich gestern mit Frau Brähler-Haucke gesprochen habe, bekam ich heute einen Anruf vom Jugendhilfeplaner aus dem Stab von Fr. Dr. Klein. Dieser hat mir  die Aussage von Frau Brähler-Haucke bestätigt und mir noch ein paar mehr Hintergrundinformationen gegeben.

Demnach werden auch in diesem Jahr die U3-Plätze in Köln ausgebaut, um dem avisierten Ziel,  40% der Unterdreijährigen in Köln betreuen zu können, näher zu kommen (aktueller Stand sind ca. 24%). Der Bedarf an Plätzen für Kinder ab 3 Jahren (mit Rechtsanspruch) bleibt wohl relativ stabil, es gibt aber einzelne Verschiebungen über die Stadtteile.  Die Belegungsplanung wird aktuell noch überarbeitet und wird am 15.3.2010 im Jugendhilfeausschuss endgültig entschieden.

Also nach diesen Informationen keine generellen oder weitreichenden Schließungen von U3-Gruppen und insbesondere Gruppen, für die gerade erst die Räume hergerichtet wurden, bleiben auch so bestehen.

Mich hat sehr positiv überrascht, wie schnell und offen auf meine Frage geantwortet wurde und hoffe, dass die Informationen auch Bestand haben.

Aktualisierung vom 8.2.2010, 18:26

Ich habe heute mit Frau Brähler-Haucke ( Leiterin der Abteilung Kindertageseinrichtungen des Jugendamtes der Stadt Köln) telefoniert. Sie sagte  mir, dass zur Zeit keine flächendeckenden Schließungen von U3-Gruppen in den städtischen KiTas vorgesehen sind.  Es wurden in den vergangenen Wochen  Pläne für den Bedarf in allen Kölner KiTas erarbeitet, die bis 15.3.2010 gemäß KiBiz an die Landesregierung gemeldet werden müssen. Dazu gibt es am 15.3.2010 eine Sitzung des Jugendhilfeausschusses der Stadt Köln, in der die Belegungen endgültig entschieden werden sollen.

Im Vorfeld sind Informationen und Gerüchte über den aktuellen Arbeitsstand “durchgesickert”, die jedoch noch nicht entschieden und freigegeben sind.

Wollen wir hoffen, dass der Jugendhilfeausschuss die Arbeitsergebnisse sinnvoll bewertet und entscheidet.

Aktualisierung zu den U3-Schließungen vom 8.2.2010, 11:46

In meinem Beitrag vom 2. Februar berichtete ich über die Ankündigung, dass die Stadt U3-Gruppen schließen will. Dies bestätigten mir später auch andere Elternräte aus ihren Kindergärten und eine Mutter, die beim Jugendamt einen Platz für ihr 5 1/2 Monate altes Kind für den Sommer beantragt hat.

In einer Pressemeldung vom 5.2. im Stadtanzeiger dementierte Frau Dr. Klein dies jedoch.

Heute morgen habe ich über inoffizielle Kanäle  gehört, dass die Aussagen in den KiTas bzgl. der Schließungen von U3-Gruppen zunächst zurückgezogen wurden und am 15.3.2010 in einer Sitzung  des Jugendhilfeausschusses eine endgültige Vorgehensweise entschieden werden soll. Ich habe versucht bei der Stadt Köln dazu eine offizielle Aussage zu bekommen, konnte jedoch bisher noch niemand mit entsprechender Kompetenz erreichen. Ich bleibe am Ball.

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Datum: Montag, 8. Februar 2010 11:46
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10 Kommentare

  1. 1

    Das Sozialgesetzbuch sieht für U3-Kinder mit berufstätigen/arbeitssuchenden/studierenden Eltern folgende Regelung vor (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/index.html):

    SGB VIII § 24
    “(3) Ein Kind, das das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, ist in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege zu fördern, wenn

    2. die Erziehungsberechtigten
    a) einer Erwerbstätigkeit nachgehen, eine Erwerbstätigkeit aufnehmen oder Arbeit suchend sind,
    b) sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, in der Schulausbildung oder Hochschulausbildung befinden oder
    c) Leistungen zur Eingliederung in Arbeit im Sinne des Zweiten Buches erhalten.”

    Da dieses quasi einen Rechtsanspruch auch für U3-Kinder bedeutet, die Plätze dafür aber noch nicht geschaffen sind, sieht das SGB eine Übergangsregelung. Interessant ist dabei die Angebotsverpflichtung ab dem 01.10.2010:

    SGB VIII § 24a übergangsregelung und stufenweiser Ausbau des Förderangebots für Kinder unter drei Jahren:
    “(1) Kann ein Träger der öffentlichen Jugendhilfe das zur Erfüllung der Verpflichtung nach § 24 Abs. 3 erforderliche Angebot noch nicht vorhalten, so ist er zum stufenweisen Ausbau des Förderangebots für Kinder unter drei Jahren nach Maßgabe der Absätze 2 und 3 verpflichtet.
    (2) Die Befugnis zum stufenweisen Ausbau umfasst die Verpflichtung,

    1. jährliche Ausbaustufen zur Verbesserung des Versorgungsniveaus zu beschließen und
    2. jährlich zum 31. Dezember jeweils den erreichten Ausbaustand festzustellen und den Bedarf zur Erfüllung der Kriterien nach § 24 Abs. 3 zu ermitteln.

    (3) Ab dem 1. Oktober 2010 sind die Träger der öffentlichen Jugendhilfe verpflichtet, mindestens ein Angebot vorzuhalten, das eine Förderung aller Kinder ermöglicht,

    1. deren Erziehungsberechtigte
    a) einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen,
    b) sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, in der Schulausbildung oder Hochschulausbildung befinden oder
    c) Leistungen zur Eingliederung in Arbeit im Sinne des Zweiten Buches erhalten;

    lebt das Kind nur mit einem Erziehungsberechtigten zusammen, so tritt diese Person an die Stelle der Erziehungsberechtigten;

    2. deren Wohl ohne eine entsprechende Förderung nicht gewährleistet ist.”

  2. 2

    Meine Tochter besucht die städtische Kita Karl-Korn-Straße und war dort zunächst auch in der U3-Gruppe, die 2007 gegründet wurde. Nun wollte ich meine zweite Tochter, die im Januar diesen Jahres geboren wurde für die U3-Gruppe ab Februar 2011 anmelden und bekam den Hinweis, dass die U3-Gruppe ab Sommer 2010 in eine Gruppe für 2-6 jährige umgewandelt wird, da in Bezirk Innenstadt der Bedarf für über 3-jährige mit Rechtsanspruch dieses Jahr höher sei. Hat jemand aus einer Kita in der Innenstadt ähnliche Informationen erhalten? Abgesehen von meiner persönlichen Betroffenheit finde ich es unglaublich, dass Gruppen, die vor 3 Jahren gegründet wurde und mit entsprechenden Sachmitteln ausgestattet wurden nun wieder geschlossen werden sollen! Auch die Erzieherinnen haben viel Zeit darauf verwendet ein Konzept für unter dreijährige zu erarbeiten und sich entsprechend fortgebildet. Was kann man tun?

    Julia

  3. 3

    Hallo Julia,

    nach meinen aktuellen Informationen scheint das mehrere KiTas zu betreffen, wobei die Größenordnung noch nicht ganz klar ist. Ich weiß alleine sicher von 2 anderen KiTas in denen dies so geplant ist.

    Wir sind vom Stadtelternrat dazu im Kontakt mit der Stadt und versuchen mehr Informationen zu bekommen. Die Planung wird am 15.3. an das Land im Rahmen der KiBiZ-Regelungen geschickt. Am 16.3. wird sie dem Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Diese Sitzung ist öffentlich.

  4. 4

    Gestern wurden die Eltern der U3-Gruppe der Kita Karl-Korn-Str. darüber informiert, dass es die Gruppe in dieser Form ab August 2010 nicht mehr geben wird. Statt 10 Kinder von 1-3 wird es nun 20 Kinder von 2-6 Jahren geben. Der Personalschlüssel ändert sich nicht.
    Ich gratuliere hiermit der Stadt Köln für die hervorragende und langfristige Planung der Platzvergabe an den städtischen Kitas ! Wo bleiben denn jetzt die Einjährigen ?? Oder wird etwa im Jahr 2013 wieder umstrukturiert??

  5. 5

    Auch wir haben ein Kind in der U3-Gruppe der Kita Karl-Korn-Str., dass im August 2 Jahre alt wird. Durch die Umstrukturierung werden in dieser Gruppe alle 20 Kinder zwischen 1 und 4 Jahre alt sein, darunter mehr als 6 Kinder unter 3 Jahre. Die Zahl der Betreuerinnen (2 Erzieherinnen, 1 Praktikantin) wird nicht erhöht. Damit wird der in Köln übliche Betreuungsschlüssel nicht gehalten. Uns wurde in der Informationsveranstaltung gesagt, dass die Kinder die Veränderung kaum wahrnehmen, was ich sehr bezweifle. Schon jetzt sind die Erzieherinnen gut ausgelastet. Wenn dann noch eine Erzieherin ausfällt, kann eine 20 Kinder betreuen, wobei mindestens 10 Kindern die Windeln gewechselt werden muss. Wenn ich das frühzeitiger erfahren hätte, hätte ich mein Kind rechtzeitig in einer anderen Einrichtung anmelden können. Leider kann ich am Jugendhilfeausschuss nicht teilnehmen, da ich berufstätig bin.
    Gibt es noch andere Möglichkeiten sich zu wehren?

  6. 6

    Habe mir gerade die Tagesordnung der heutigen Sitzung des Jugendhilfeausschusses angesehen und konnte zur geplanten Schließung von U3-Gruppen nichts entdecken. Muss der Jugendhilfeausschuss so einer Maßnahme zustimmen oder handelt es sich um ein Geschäft der laufenden Verwaltung?
    Weiß jemand mehr?

  7. 7

    Der Jugendhilfeausschuss wird nur informiert, die Planung ist von den Jugendhilfeplanern gestern bereits an das Land NRW gegeben worden und damit nicht mehr änderbar. Ich hoffe ich kann am Donnerstag Abend nach einem Termin bei Fr. Dr. Klein mehr dazu sagen,

  8. 8

    Hallo Julia,

    ich bin Mitglied im kommissarischen Stadtelternrat.Um weitere wichtige Informationen und Aktionen dir weitergeben zu können schick uns eine kurze Mail an netzwerk@kita-klaaf.de und deine Kita ist sofort im Verteiler!

    Freundliche Grüße
    Petra

  9. 9

    Auch in der Kita Im Riphagen in Dellbrück wird eine kleine Altersgemischte Gruppe zugunsten einer Gruppe vom Gruppentyp I geschlossen. Das schint doch um sich zu greifen.
    Dass die Kinder das “nicht merken” ist grober Unfug und wissenschaftlich nicht haltbar. Alle Mindeststandards liegen deutlich über dem, was Carola für die Gruppe in der Karl-Korn-Straße beschreibt, selbst die bescheidene Mindestnorm des Eu-Netzwerks Kinderbetreuung. Gut qualifizierte, erfahrene und motivierte Erzieherinnen mögen den Schaden eine zeit lang begrenzen können, aber mit guten Chancen mittelfristig auszubrennen. Diese systematisierte Qualitätsverschlechterung sollten wir nicht tolerieren.

  10. 10

    Der Kommentar bedarf eines Kommentars: es handelt sich um ein emotional aufgeladenes Thema, bei dem man um so mehr um Sachlichkeit bemüht sein sollte. Das ist mir im letzten Kommentar nicht gelungen.Den groben Unfug nehme ich zurück, bzw. möchte ihn in einen anderen Zusammenhang stellen. Dass die Erzieherinnen der betroffeen Einrichtungen eher beschwichtigen, wenn die Situation nicht abwendbar erscheint, ist ja zu nachvollziehbar. Und für einzelne Kinder ergibt sich sicher auch nicht sofort eine dramatische Situation. Mein Ärger richtet sich aber allgemein gegen die Tendenz, anzunehmen gerade die kleinsten Kinder, die sich noch nicht gut artikulieren können kämen mit einschneidenden Veränderungen immer gut zurecht (“leichter eingewöhnbar” etc). Und gerade die Kleinsten betrifft die zunehmende Umwandlung der Gruppen.

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