Donnerstag, 22. September 2011 21:17
Letzte Woche war im Kölner Stadtanzeiger zu lesen, dass die Erstattungen des Landes für die ausfallenden KiTa-Beiträge höher als geplant sind und die SPD in Köln diese an die Eltern im Rahmen einer zusätzlichen Beitragsfreiheit für das zweite Jahr weiterleitet (das dritte Jahr ist durch die aktuelle Gesetzesänderung beitragsfrei). Grundsätzlich ist das auf den ersten Blick ein schönes Angebot der SPD an die Eltern. Hätte Herr Börschel von der SPD sich jedoch mal die Mühe gemacht und die Situationen in den KiTas genauer recherchiert, wäre ihm aufgefallen, dass dieses Geld besser in zusätzliches Personal und manche Räumlichkeit investiert wäre.
Besonders augenfällig ist der doppelte Personalmangel, bedingt durch viel zu gering kalkulierte Stellenpläne, die dann noch nicht einmal erfüllt werden. Dazu kommt vielerorts eine völlig ungenügende Raumsituation, die Kinder in ihrer Bewegungsfreiheit einschränkt: Rennen und Toben verboten, weil schlicht kein Platz dazu da ist. Auch möchten wir daran erinnern, dass die Weiterfinanzierung der Hauswirtschaftskräfte noch nicht gesichert ist. Werden Erzieherinnen bald wieder am Herd und am Spülbecken stehen müssen, statt sich um unsere Kinder zu kümmern? Und nicht zuletzt gibt es immer noch zu wenige Kita-Plätze – die Unterbringung eines Einjährigen gleicht in vielen Stadtvierteln einem Lottogewinn.
Freiwerdende Mittel in dieser Situation nicht sofort zur Verbesserung der personellen und räumlichen Ausstattung der Kitas einzusetzen, erscheint uns unverantwortlich!
Aus diesem Grund haben wir als Stadtelternrat einen offenen Brief an Herrn Börschel geschrieben, in dem wir unserem Unmut über diesen Vorschlag kundtun.
Brief an Martin Börschel (SPD) vom 18.9.2011
Artikel Ksta 16.9.2011